Eine Rundreise für sich ist die wohl bekannteste Stadt der Türkei wert, Istanbul.
Istanbul ist die heimliche Hauptstadt der Türkei und die flächenmäßig größte türkische Stadt. Sie ist ebenfalls ein Mittelpunkt in Sachen Wirtschaft, Tourismus und Kultur. Ein jedem Besucher ins Auge springende Besonderheit ist die Zweiteilung der Stadt in einen europäischen und einen asiatischen Teil. Diese Teilung erfolgt durch den Bosporus, eine Meerenge, welche das Schwarze Meer mit dem Marmarameer verbindet. In Istanbul leben auf rund 1.500km² etwa 24 Millionen Einwohner (mit Randgebieten bzw. Provinz Istanbul).
Ausgehend von der Geschichte der Türkei weist auch Istanbul eine Historie von mehr als 3000 Jahren auf. Es fängt mit den Griechen an, sie siedelten sich um 660 v. Chr. am Bosporus an und nannte ihre Kolonie Byzantion. Verbunden mit der überaus günstigen geografischen Lage an der Meerenge zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer erfuhr die Stadt einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung und sie entwickelte sich bald zu einem bedeutenden Handelszentrum.
Etwa 200 Jahre später wurde die Stadt von den Persern erobert und hielten sie für fast weiter 200 Jahre.Doch im 4. Jahrhundert v. Chr. behaupteten sich die Römer in ganz Europa und bekamen auch das geschundene Byzantion unter ihre Gewalt. Es war letzten Endes Kaiser Konstantin, der das Römische Reich wieder einte und taufte die Stadt zur Hauptstadt des neu entstandenen Römischen Reiches. So wurde das heutige Istanbul unter dem Namen Konstantinopel bekannt. Unter den Römern wuchs die Stadt territorial als auch kulturell. Viele Handelswege kreuzten sich in der Stadt und so siedelten sich auch immer mehr Menschen aus den verschiedenen römischen Herrschaftsgebieten dort an.
Nach dem Zerfall des großrömischen Reiches blieb die Stadt als Zentrum eines Staates bestehen. Das mittelalterliche Byzanz ging aus dieser Entwicklung hervor. Legendär sind die Geschichten, die sich um König Barbarossa ranken. Auch seine Geschichten werden eng verknüpft mit dem heutigen Istanbul. Der rotbärtige Friedrich der Erste war Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Berüchtigt ist sein Konflikt mit dem arabischen Heeresführer Saladin, welche eine der Kernkonflikte der Kreuzzüge war.

Mitte des 15. Jahrhunderts wurde Konstantinopel von Osmanischen Truppen erobert und als eine Art Hauptstadt erhalten. Doch das Osmanische Reich zerfiel zusehends und verlor an politischer Macht in Europa. Mit dem Verlauf des 1. Weltkrieges lief Konstantinopel Gefahr sogar an Griechenland zurück zu fallen. Doch mit Mustafa Kemal Atatürk begann die Revolution und mit der Republikgründung wurde Ankara zur Hauptstadt der Türkei.
Istanbul blieb jedoch einer wenn nicht der Mittelpunkt des türkischen Kultur- und Wirtschaftsgeschehens. Geprägt ist das Stadtbild vor allem durch den Glauben des Großteils der Türken, dem Islam.
Doch auch aus der Zeit der Byzantiner finden sich noch etliche christliche Gotteshäuser. Das Stadtbild wird ergänzt durch die typischen osmanischen Holzhäuser. Um den Kern der Stadt hat sich rasch eine Erweiterung mit neuen Wohnsiedlungen entwickelt. Gerade nach dem 2. Weltkrieg kam es zu einem enormen Bevölkerungszuwachs.
Für Touristen ist Istanbul wohl der Anlaufpunkt in Sachen Kultur und Geschichte. Für einen Ausflug zu den Prinzeninseln (Adalar) nimmt man die Fähre. Nach ca. einstündiger Fahrt gelangt man in die ruhige Inselgruppe. Die Fahrt kostet 2,50 Euro. Die Fähren fahren im 1,5h bzw. 2h Takt je nach Jahreszeit. Auf den Inseln hat man das Gefühl kilometerweit weg zu sein von dem Trubel der Metropole. Der Name rührt aus der Zeit, in der ungewollte Thronnachfolger auf diese Inseln verbannt wurden. Die kleine Holzhäuschen und die alten Kutschen erinnern eher an eine kleine Provinz auf dem Lande als an die größte Stadt der Türkei. Die Inseln lassen sich sowohl zu Fuß als auch bei einer Kutschfahrt entdecken. Entstanden sind die Inselsiedlungen durch die Anwesen der wohlhabenden Bevölkerungsschicht der griechischen und armenischen Minoritäten. Meist Bankkaufmänner oder Handelsleute, hatten sie hier ihre Ruhe und waren doch stets angebunden an die turbulente Stadt auf dem Festland. Da nur 5 der 9 Inseln bewohnt sind, kann man sich beruhigt einen Tag lang Zeit nehmen um jede dieser kleinen Oasen zu entdecken. Eine der Inseln, Heybeliada, vereint aber dabei wohl alle Vorzüge der Prinzeninseln. Hier hat man sowohl viele Badestrände und Wanderwege als auch eine kleine Hafenanlage und eine wunderschöne Landschaft, die zum verweilen einlädt.
Wo man schon mal auf dem Wasser unterwegs ist, da kann man schon einmal eine Schifffahrt auf dem Bosporus einlegen. Die mehrstündige Rundfahrt führt entlang der beiden Küsten vom Marmarameer zum Schwarzen Meer und zurück, Start ist in Eminönü. Im Sommer beginnt die Tour 3mal täglich und kostet 3,50 Eruo.
Erster Stopp ist Besiktas, auch bekannt durch seinen Fußballverein. Hier sollte man auf jeden Fall einen Blick auf den Leanderturm nehmen. Er wird auch Mädchenturm genannt und ist eine der Aushängeschilder Istanbuls. In dem im 18. Jahrhundert gebauten Turm kann man sich gemütlich einen türkischen Mokka bestellen und am Abend Live Musik genießen.Der Turm wurde angeblich von einem Sultan gebaut um seine Tochter vor prophezeitem Unheil zu schützen.
Die Fahrt geht weiter unter der großen Brücke über den Bosporus hindurch zu vielen kleinen Anlegestellen auf der europäischen und asiatischen Seite der Stadt. Im Uferbereich kann man die prunkvollen und zum Teil aufwendig restaurierten Residenzen der Sultane und Adelsleute aus der Osmanischen Zeit bewundern. Noch heute sind dies die mit am begehrtesten Wohnsitze in ganz Istanbul. Ein weiterer Halt erfolgt in dem auf der asiatischen Seite gelegenen Kanlica. Das eher beschauliche Dorf hat aber dafür einen weit bekannten Ruf. In Kanlica gibt es den nicht nur regional sehr beliebten gezuckerten Sahnejoghurt. Für Liebhaber von Frischfisch und Meeresgetier bietet Istanbul geradezu ein Paradies. Das strömungsbedingt relativ saubere Wasser lässt ein artenreiches Leben unter Wasseroberfläche zu. Auf der Fahrt weiter Richtung Schwarzes Meer verengt sich der Bosporus und weitet sich danach wieder auf. Es bietet sich nun ein herrlicher Blick über die natürliche Vegetation vor allem am asiatischen Küstenstreifen. Jetzt legt man in Sriyer an. Auch hier werden besonders die Fischfreunde auf ihre Kosten kommen. Dieser fast eigenständige Bezirk Istanbuls beherbergt vor allem viele Fischer und dazu noch einen reizvollen Fischmarkt. Der Endstopp vor der Rückfahrt ist in Anadolu Kavagi. Die längere Pause kann man hervorragend nutzen um die dort von den Osmanen erbaute Burg zu besichtigen oder eine der vielen Fischrestaurants zu besuchen.
Auf dem Rückweg lässt noch einmal in umgekehrter Reihenfolge die gesamte Rundfahrt rekapitulieren. In jeder Hinsicht eine lohnende Investition.
Als 3. sehr empfehlenswertes Highlight in Istanbuls Umgebung ist Bursa zu nenne. Bursa war einst die Hauptstadt des Osmanischen Reiches. In der Stadt mischt sich das moderne industrielle Gesichte der Türkei mit dem antiken geschichtsträchtigen Wesen des Landes, vor allem in Form von den alten Thermalbädern der Römer und der ältesten osmanischen Moschee. Mit einer Seilbahn kann man den Uludag- Berg erklimmen. Im Winter beliebtes Skigebiet, lädt er im Sommer zum Wandern ein. In Bursa gibt es ebenfalls einiges zu sehen. Sehenswert ist auf jeden Fall das alte Stadtzentrum mit dem antiken Markt. Die grüne Moschee sollte man ebenfalls in seine Besichtigungstour einplanen. Etwas verwundert wird man bei dem Anblick der eher schlicht gehaltenen osmanischen Moscheen. Doch dies sollte auf keinen Fall ein Grund sein, sie nicht zu besichtigen. Am alten Markt kann man über einen typischen orientalischen Basar schlendern und die berühmten Seidenhändler besuchen. Das Seidenhandwerk und der Handel mit Seidenwaren- und raupen geht noch auf die Zeit das späten Mittelalters zurück.
Wieder in Istanbul angekommen, lässt sich auch hier noch viel entdecken. Wer keine Lust auf eine hektische Stadtrundfahrt hat, der geht am besten zu Fuß und gestaltet so individuell seinen Tag. Ein guter Ausgangspunkt ist der Galata- Turm. Der Turm wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut und Teil der Befestigungsanlage des einstigen Konstantinopel. Ist man auf der Spitze der 62m angekommen, legt sich vor einem die malerische Altstadt und das goldene Horn der Bosporusküste zu Füßen. Ein Ausblick, den man vor allem bei Sonnenuntergang nicht vergisst.
Vom Galata- Turm aus geht es weiter die Galip Dede Caddesi entlang zur Teutonia. Wie der Name schon vermuten lässt, war dieses Backsteingebäude ein Ort, an dem sich vor allem Deutschstämmige versammelt haben. Heute wird es vom Goethe- Institut genutzt. Auf weiterem Wege in leicht rechter Richtung liegt ein Ausgang der Istanbuler U-Bahn, eine der ältesten aber auch kürzesten Metros überhaupt, der Tünel. Gleich in der Nähe kann man im bekannten K&V- Café gemütlich einen Latte Macchiato trinken. Die Galerien, welche die Atrien umgeben sind typisch für eine Touristenstadt. Viel weitere kleine Cafés, Boutiquen, Antiquitätsläden und Souvenirshops reihen sich dicht aneinander und wirken doch nicht erdrückend. Wendet man sich nach links, sieht man das Babylon. Es ist ein Veranstaltungsort für Konzerte jeglicher Art – von Rock bis Jazz, von Pop bis Klassik. Um den Kern des Großstadtlebens kennen zu lernen, geht man am besten weiter in die Istiklal Caddesi. Kaum eine andere Straße ist so belebt und bietet so viel Abwechslung wie die Istiklal. Sie bietet jegliche Form der Abendgestaltung, von Kino über Theater und Restaurants bis hin zu Discos und Nahtclubs.
Linker Hand liegt die größte christliche Kirche Istanbuls, die St. Anton Kirche.
Weiterhin sehenswert ist die Marktpassage Cicek Pasaji. Sie erinnert etwas an die Jugenstilgassan von Paris und bietet mindestens genauso viel Charme. Gleich in der nähe begeht man die Nevizade Sokak. Hier ist der beste Ort um Meze und einfach, aber schmackhafte Fischgerichte zu verköstigen.