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Um die unterschiedliche Zusammensetzung in Kultur, Sprache, Religion und Bevölkerungszusammensetzung nachvollziehen zu können, ist unmittelbar ein Blick auf die Geschichte der türkischen Republik notwendig. Denn es ist nicht eine von Heute- auf- morgen- Entwicklung, in der sich diese überaus komplexe und viel verzweigte Bild der türkischen Republik entwickelt hat.

Ausgehend vom Namen des Landes reicht die Herausbildung der Türkei als souveräne Republik lediglich ins frühe 20. Jahrhundert. Doch weitaus früher begannen antike Hochkulturen sich am Bosporus und an Euphrat und Tigris niederzulassen. Definitiv werden jedem auf Anhieb Mesopotamien, sowie Rom und die alten Griechen ein.

Letztes großes Reich aus der altgeschichtlichen Entwicklung ist das Osmanische Reich, aus welchem fast unmittelbar die türkische Republik mit seiner parlamentarischen Demokratie hervorging.

Die allerersten menschlichen Spuren gehen auf die Hethiter zurück etwa 2.000 v. Chr. Weiter besetzt wurde das Gebiet von den Griechen, Persern und Armeniern. Als annektiertes Gebiet blieb die heutige Türkei bis ins 4. Jahrhundert unter großrömischer Herrschaft.

Nach der Präsenz der Byzantiner fiel das Gebiet schließlich in die Hände der Seldschuken. Im 11. Jahrhundert n. Chr. siedelten sich die Seldschuken im heutigen Anatolien an und gründeten ein Sultanat. Nachdem die Byzantiner endgültig vertrieben waren (nach der Schlacht von Mantzikert) expandierte das Sultanat vor allem Richtung Asien. Nach dem Einfall der Mongolen wurde das Land gespalten und es blieben viele kleine türkische Stammesgebiete übrig. Aus einen dieser Teilstaaten ging letztendlich das Osmanische Reich hervor. Der Name geht auf den Gründer Osman zurück. Das Osmanische Reich vergrößerte sich stetig und erstreckte sich bald von Kleinasien über Nordafrika bis hin zum heutigen Russland. Ein entscheidender Kernpunkt bei der Vergrößerung des Reiches war die Eroberung von Konstantinopel, das heutige Istanbul. Doch bald stand auch das Osmanische Reich vor seinem terretorischen Ende. Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die Osmanischen Truppen von ihren Expansionskriegen zurück geschlagen und immer mehr geschwächt. Dazu kamen innerpolitische Probleme, welche das endgültige Zusammenbrechen des Osmanischen Reiches beschleunigten. Zu guter Letzt sorgte der erste Weltkrieg mit Gebietsverlusten vor allem in Nordafrika für das Ende des Osmanischen Reiches. Die Aufteilungsbeschlüsse der Siegermächte sorgten für große Unruhe unter der Bevölkerung. So war es auch ein leichtes für Mustafa Kemal Atatürk eine Art Widerstandsbewegung zu organisieren. Aus dieser Bewegung heraus entstand ein harter Krieg mit den Nachbarstaaten, vorrangig mit Griechenland.

Türkei Geschichte
Nach einem entscheidenden Sieg 1923 wurden die Festlegungen der Siegermächte des ersten Weltkrieges revidiert und der Vertrag von Lausanne aufgesetzt. Dadurch kam es zur Grenzfestlegung, jene, die bis heute bestehen geblieben sind. Am 29. Oktober 1923 rief Atatürk die Republik aus.

Er selbst setzte sich an die Spitze des jungen Staates und führte grundlegende Reformen ein. Dieser Kemalismus bekannte sich deutlich in eine moderne Richtung der Staatsführung, die sich sowohl an den Wünschen des Volkes als auch an der großeuropäischen Entwicklung orientierte (z.B. Einführung des metrischen Systems). Nach dem zweiten Weltkrieg war die Türkei zwischen den Großmächten USA und Russland hin und her gerissen. In den 50er Jahren bekannte man sich schließlich zu den USA mit dem Beitritt in die NATO. Ein Militärputsch Anfang der 60er Jahre führte zu einer Verfassungsänderung und gab einer neuen Regierung die Macht. Auch an der Teilung Zyperns war eine Militärregierung der Türkei beteiligt. Als nach wachsenden innenpolitischen Problemen mit politisch extremen Verbänden, Terror und Wirtschaftsregression machte der Konflikt mit Griechenland um die kleine Mittelmeerinsel die Machtansprüche des türkischen Militärs fast legitim. In den 80er Jahren kam der Kurdenkonflikt immer mehr zum Tragen und entwickelte sich zu eine der schwersten innenpolitischen Probleme. Da diese Problematik von der Militärregierung weitestgehend verdrängt wurde, war es kaum verwunderlich, dass es bald organisierten Widerstand gab. Die schweren Konflikte dauerten lange an und sind bis heute nicht zu einem eindeutigen Ende gekommen.

Unter dem heutigen Ministerpräsident Erdogan lehnt sich die Türkei immer mehr der EU an und hat seinen Beitritt in die EU beantragt. Betrachtet man diese sehr turbulente geschichtliche Entwicklung der Türkei kann man schließlich von einem jungen Staat mit alten Traditionen sprechen. Die Türkei verdankt nicht zuletzt gerade diesem Weg seine Anziehungskraft auf Touristen. Wo auch immer man seine Reise beginnt, die Türkei lässt nach dem ersten Eindruck automatisch ein Gefühl von Neugier und Entzücken zurück. Um sich in einer relativ kurzen Zeit einen Überblick verschaffen zu können, macht sich eine Rundreise sehr gut.


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